Wenn Kaffee mehr verbindet...
Wenn Kaffee mehr verbindet – Projekte in den Anbauregionen
Wenn ich Rohkaffee einkaufe, geht es für mich natürlich zuerst um den Kaffee selbst.
Wo kommt er her? Wie wurde er aufbereitet? Wie schmeckt er? Und passt er zu Beans & Friends?
Manchmal begegnen mir beim Einkauf aber auch Kaffees, mit denen konkrete Projekte in den Anbauregionen verbunden sind.
Eines dieser Projekte, über das wir bereits vor einigen Jahren berichtet haben, ist Coffee Kids.
WAS IST COFFEE KIDS?
Coffee Kids entstand mit dem Ziel, junge Menschen in Kaffeeanbauregionen dabei zu unterstützen, eigene Perspektiven in der Landwirtschaft und im Kaffee aufzubauen.
Dazu gehörten unter anderem Schulungen, Mentoring und Unterstützung beim Aufbau eigener unternehmerischer Tätigkeiten.
Auch unser Rohkaffeehändler InterAmerican Coffee hat in der Vergangenheit mit Coffee Kids zusammengearbeitet und entsprechende Kaffees angeboten.
Für bestimmte Projektkaffees wurden dabei zusätzliche Beiträge an das Programm beziehungsweise an beteiligte Produzenten weitergegeben.
WARUM ICH DEN ALTEN BEITRAG HEUTE ANDERS SCHREIBE
Vielleicht kennt der eine oder andere von euch noch unseren früheren Blogbeitrag über Coffee Kids.
Dort hatten wir geschrieben, dass ihr mit dem Kauf bestimmter Brasil-Kaffees bei Beans & Friends automatisch Coffee Kids unterstützt.
Diese Aussage möchte ich heute so nicht mehr treffen.
Denn Projekte, Kaffees und Lieferketten können sich verändern.
Ein Kaffee, den ich vor einigen Jahren eingekauft habe, muss heute nicht mehr unter denselben Bedingungen angeboten werden.
Und genau deshalb möchte ich euch lieber konkret sagen, was ich tatsächlich weiß, als mit einem alten Versprechen weiterzuarbeiten.
PROJEKTKAFFEES GIBT ES NICHT IMMER DAUERHAFT
Beim Rohkaffeeeinkauf verändert sich unser Angebot immer wieder.
Ernten wechseln.
Verfügbarkeiten ändern sich.
Und manchmal steht ein Kaffee aus einer bestimmten Farm oder Region in einem Jahr zur Verfügung und im nächsten nicht.
Das gilt auch für Kaffees, die mit bestimmten Projekten verbunden sind.
Wenn mir beim Einkauf ein solcher Kaffee begegnet und Qualität, Geschmack und Konzept zu Beans & Friends passen, schaue ich ihn mir gerne genauer an.
Aber ich kaufe einen Kaffee nicht allein wegen eines Projektnamens.
Am Ende muss auch der Kaffee selbst überzeugen.
EIN BEISPIEL AUS BRASILIEN: LAMBARI
Ein Beispiel dafür ist Kaffee aus der brasilianischen Region Lambari in Minas Gerais.
Die Kaffeeproduktion dort wird überwiegend von kleineren Produzenten getragen.
Bei bestimmten Lambari-Kaffees unseres Rohkaffeehändlers InterAmerican Coffee ist beziehungsweise war außerdem ein konkreter sozialer Projektbezug ausgewiesen.
Genau hier ist mir die Unterscheidung wichtig:
Ich möchte nicht einfach schreiben:
„Mit diesem Kaffee tust du Gutes.“
Ich möchte wissen:
Welches konkrete Projekt ist mit dem jeweiligen Rohkaffee verbunden?
Wie funktioniert die Unterstützung?
Und gilt diese Verbindung auch für die Charge, die ich tatsächlich einkaufe?
Erst dann gehört diese Information für mich auch an den Kaffee.
HERKUNFT UND GESCHMACK BLEIBEN TROTZDEM ENTSCHEIDEND
Natürlich endet die Geschichte eines solchen Kaffees nicht bei seinem Projektbezug.
Wenn der Rohkaffee bei uns ankommt, beginnt meine Arbeit.
Ich röste ihn und schaue, welche Aromen sich entwickeln.
Gerade brasilianische Kaffees können beispielsweise schöne schokoladige, nussige oder karamellige Aromen mitbringen.
Und dann kommt wieder ihr ins Spiel:
Wie bereitet ihr ihn zu?
Filterkaffee?
Vollautomat?
Siebträger?
French Press?
Denn auch bei einem Kaffee mit einer besonderen Herkunft oder einem Projekt im Hintergrund gilt bei Beans & Friends:
Rohkaffee → Röstung → Zubereitung → Geschmack in eurer Tasse.
TRANSPARENZ STATT GROSSER VERSPRECHEN
Ich finde Projekte in den Kaffeeanbauregionen wichtig und spannend.
Aber ich möchte sie nicht als allgemeines Verkaufsargument benutzen.
Wenn wir einen Kaffee anbieten, mit dessen Einkauf nachweislich ein bestimmtes Projekt unterstützt wird, dann erzähle ich euch gerne davon.
Und ich sage euch dann auch möglichst konkret, welches Projekt dahintersteht.
Wenn dieser Kaffee nicht mehr verfügbar ist oder sich die Bedingungen verändern, verändert sich auch unsere Aussage dazu.
Denn gerade bei solchen Themen finde ich eines wichtiger als schöne Werbesätze:
Transparenz.
Und vielleicht entdeckt ihr dabei neben einer interessanten Geschichte auch noch einen Kaffee, der euch richtig gut schmeckt.
Eure Tina