Filterkaffee – Kaffeezubereitung Teil 1
Filterkaffee mit dem Handfilter – für mich immer noch etwas Besonderes
Ich liebe Filterkaffee.
Und obwohl es heute Vollautomaten, Siebträger und unzählige andere Möglichkeiten gibt, Kaffee zuzubereiten, ist der klassische Filterkaffee für mich alles andere als altmodisch.
Gerade mit dem Handfilter wird aus etwas ganz Einfachem ein kleiner Genussmoment: frisch gemahlener Kaffee, heißes Wasser und ein paar Minuten Zeit.
Was ich daran besonders mag: Der Handfilter lässt uns viele Aromen eines Kaffees sehr klar wahrnehmen. Und mit Mahlgrad, Wassermenge und Temperatur können wir sogar beeinflussen, wie unser Kaffee am Ende schmeckt.
Genau deshalb starten wir unsere Reihe über die verschiedenen Aufbrühmethoden mit meinem persönlichen Klassiker: dem Filterkaffee.
FILTERKAFFEEZUBEREITUNG HANDFILTER
Er kitzelt leicht in der Nase, zieht langsam durch die Wohnung und vermittelt das Gefühl von einer leckeren Begrüßung am Morgen oder einer kurzen Pause an einem stressigen Arbeitstag.
Wenn wir Kaffee aufbrühen, dann ist allein schon der Geruch ein Genuss.
Und Christina Hofmann als Inhaberin von Beans & Friends weiß: Die Art, wie wir Kaffee aufbrühen, hat einen großen Einfluss darauf, wie unser Kaffee am Ende schmeckt.
In dieser Reihe schauen wir uns deshalb unterschiedliche Aufbrühmethoden an und zeigen, was sie aus unserem Kaffee herausholen können.
KAFFEEZUBEREITUNG: FILTERKAFFEE RICHTIG ZUBEREITEN
Der Filterkaffee gehört zu den klassischen Arten, Kaffee aufzubrühen. Schon in den Küchen unserer Großeltern gehörte er einfach dazu.
Melitta Bentz meldete am 20. Juni 1908 ein Patent für ihren Kaffeefilter an. Bereits zuvor wurden unter anderem Filter aus Leinen oder Papier verwendet, um Kaffeemehl und fertigen Kaffee voneinander zu trennen.
Heute erlebt gerade der von Hand aufgebrühte Filterkaffee wieder viel Aufmerksamkeit.
Und ich kann gut verstehen, warum.
Denn bei der Zubereitung mit dem Handfilter können sich die Aromen eines Kaffees sehr schön und klar zeigen.
WELCHEN FILTER WÄHLE ICH FÜR FILTERKAFFEE?
BRAUNER ODER WEISSER FILTER – Die richtige Filterkaffeezubereitung beginnt schon bei der Auswahl des Kaffeefilters.
Der Handel stellt uns hier vor die Wahl, ob wir einen braunen oder einen weißen Filter benutzen möchten. Weiße Filter werden gebleicht, braunes Filterpapier ist weniger stark verarbeitet.
Wichtig ist vor allem: Spüle den eingesetzten Papierfilter vor der Zubereitung einmal mit heißem Wasser durch.
Dadurch entfernst du möglichen Papiergeschmack und wärmst gleichzeitig den Handfilter vor.
DEN FILTER IN DEN TRICHTER EINSETZEN
SO MACHST DU ES RICHTIG – Um den Filter bestmöglich zu benutzen, setzt du ihn in den Trichter ein und spülst beides einmal mit warmem Wasser durch.
Auch die Tasse oder Kanne kannst du dabei direkt vorwärmen.
Das Filterpapier bleibt so am Trichter haften und verrutscht beim Einfüllen des Kaffeemehls nicht. Gleichzeitig entfernst du möglichen Papiergeschmack aus dem Filter.
WIE VIEL KAFFEEPULVER FÜR FILTERKAFFEE?
DIESE DOSIERUNG BRAUCHST DU – Anschließend füllst du je nach Geschmack etwa 50 bis 65 Gramm Kaffeepulver auf einen Liter Wasser in den Filter.
Bei einer Tasse kannst du dich ungefähr an 12 Gramm Kaffee orientieren.
Aber auch hier gilt: Die Mengenangabe ist ein guter Ausgangspunkt – kein Gesetz.
Magst du deinen Filterkaffee etwas kräftiger oder lieber feiner? Probiere es aus und passe die Kaffeemenge an deinen Geschmack an.
WASSER IN DEN KAFFEEFILTER EINSCHÜTTEN
SO BEKOMMST DU EIN GUTES ERGEBNIS
Anschließend kochst du das Wasser auf und lässt es kurz abkühlen. Als Orientierung kannst du mit einer Wassertemperatur von etwa 88 bis 95 Grad arbeiten.
Nun gibst du zunächst nur so viel Wasser auf das Kaffeemehl, dass es vollständig benetzt ist.
Lass es ungefähr 30 Sekunden quellen. Dieser erste Schritt wird auch Blooming genannt.
Danach gießt du das Wasser langsam und möglichst gleichmäßig in kreisenden Bewegungen auf. Lass das Wasser zwischendurch ablaufen und wiederhole den Vorgang, bis du deine gewünschte Menge erreicht hast.
Gerade hier kannst du wunderbar beobachten, wie viel Einfluss die Zubereitung auf deine Tasse Kaffee hat.
WELCHER MAHLGRAD FÜR FILTERKAFFEE?
Beim Filterkaffee ist es wichtig, dass der Kaffee nicht zu fein, aber auch nicht zu grob gemahlen ist.
Ist er sehr grob, läuft das Wasser schneller durch das Kaffeemehl. Ist er sehr fein, verlängert sich die Kontaktzeit zwischen Kaffee und Wasser.
Wir empfehlen deshalb zunächst einen mittleren Mahlgrad.
Und dann gilt auch hier: Probieren.
Schmeckt dein Kaffee nicht so, wie du ihn dir vorgestellt hast, muss es nicht gleich die falsche Bohne sein. Manchmal reicht bereits eine kleine Veränderung beim Mahlgrad.
WELCHE KAFFEESORTE FÜR FILTERKAFFEE?
Und jetzt kommen wir zu meiner Lieblingsfrage:
Welcher Kaffee gehört in den Filter?
Meine Antwort darauf ist heute ziemlich einfach: Der, der dir schmeckt.
Natürlich können wir Empfehlungen geben. Aber ich möchte dir nicht erzählen, dass Filterkaffee grundsätzlich wenig Säure haben muss oder nur bestimmte Bohnen dafür geeignet sind.
Gerade der Handfilter kann unterschiedliche Aromen sehr schön zeigen.
Magst du eher schokoladige und nussige Noten? Oder möchtest du einmal feinere, fruchtigere Aromen entdecken?
Beides ist möglich.
Und genau deshalb lohnt es sich, verschiedene Kaffees mit derselben Aufbrühmethode zu vergleichen.
BEANS & FRIENDS LIEBLINGE
WELCHER KAFFEE PASST ZUM HANDFILTER?
Wenn du einen unkomplizierten Einstieg suchst, sind unsere Landkaffees eine schöne Wahl.
Hier kannst du nach deinem persönlichen Geschmack zwischen fein, mittel und kräftig wählen.
Aber gerade beim Handfilter würde ich euch auch ermutigen, einmal einen unserer Länderkaffees auszuprobieren.
Denn hier könnt ihr sehr schön entdecken, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann.
Mein Tipp:
Nehmt euch nicht zehn Kaffees gleichzeitig vor. Nehmt zwei unterschiedliche Kaffees, bereitet sie möglichst gleich zu und probiert sie nebeneinander.
Welcher wirkt feiner? Welcher hat mehr Körper? Welche Aromen erkennt ihr? Und vor allem: Welcher schmeckt euch besser?
Mehr braucht es für den Einstieg in Sensorik eigentlich gar nicht.
FILTERKAFFEE IST FÜR MICH EIN STÜCK KAFFEEGENUSS
Vielleicht liebe ich Filterkaffee gerade deshalb so sehr.
Er braucht keine große Maschine und kein kompliziertes Zubehör. Und trotzdem kann man mit einer kleinen Veränderung beim Kaffee, Mahlgrad oder Aufgießen plötzlich etwas Neues in der Tasse entdecken.
Für mich ist genau das Kaffee:
ausprobieren, bewusst schmecken und herausfinden, was einem selbst gefällt.
Und wenn du deinen Filterkaffee am liebsten einfach jeden Morgen genauso trinkst, wie du ihn schon immer getrunken hast, ist das übrigens genauso richtig.
DU MÖCHTEST WEITERE AUFBRÜHMETHODEN KENNENLERNEN?
Dann geht es in unserer Reihe weiter:
In Teil 2 schauen wir uns die French Press an, in Teil 3 den Espressokocher bzw. die Mokkakanne, in Teil 4 die Aeropress und in Teil 5 den Cold Brew.
Fünf Aufbrühmethoden – und jede zeigt Kaffee ein bisschen anders.
NOCH FRAGEN? RUF UNS AN ODER SCHREIB UNS EINE E-MAIL!
Du bist dir beim Mahlgrad unsicher oder möchtest wissen, welcher Kaffee zu deinem Handfilter und deinem Geschmack passen könnte?
Dann frag uns gerne.
Wir schauen gemeinsam darauf, wie du deinen Kaffee zubereitest und was du gerne schmeckst.
Eure Tina